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Anfang April bis Mitte Mai fliegen die Jungköniginnen von ihren Überwinterungsquartieren aus, um geeignete Plätze für ihre Nester zu suchen.
Vermehrt nisten sie sich in die menschlichen Siedlungen ein, um dort Ihre Brut aufzuziehen.
Beliebte Nistplätze der Höhlenbrüter sind Rollladenkästen, Schuppen, Dachböden und Hausfassaden. Vor allem die Südwestseite der Häuser sind wegen der idealen Bruttemperatur (ca. 34-38 °C) geeignete Favoriten.

Einer der meisten Gründe , dass sie sich dort einnisten ist daß es nicht mehr genügend natürliche Nistplätze gibt. Durch das Ausputzen unserer Mischwälder, findet zum Beispiel die Hornisse kaum noch einen geeigneten Platz für die Aufzucht ihrer Brut.

Natürliche Nistplätze der Hornisse sind alte, morsche und hohle Bäume, die zunehmend durch die Säuberungsaktionen der Forstwirtschaft verschwinden. Bis in den Hochsommer hinein hat so ein Wespenstaat - die Hornissen gehören übrigens auch zur Familie der Wespen, was sie allerdings nicht daran hindert, ihre kleineren Artgenossen aufzufressen - ungefähr zwölf Königinnen grossgezogen und somit den Fortbestand ihres Volkes gesichert. Alljährlich zur "Wespenzeit" trifft eine Flut von Hilferufen bei Behörden, Feuerwehren und Gemeinden ein.

"Wir haben ein Wespen oder ein Hornissennest, und möchten es schnellstens wieder loswerden".

So manchen können die Wespen zur Verzweiflung bringen , wenn sie beim sonntäglichen Kaffeetrinken auf der Terrasse an der Obsttorte naschen .

Viele Menschen empfinden Wespen und Hornissen pauschal als lästig, aggressiv und gefährlich. Aus diesem Grund, rangieren Sie auch in der "Liste der bedrohten Tierarten" ganz oben. Dabei wird meist übersehen, oder ist gar nicht bekannt, daß die verschiedenen Wespenarten ein ganz unterschiedliches Verhalten gegenüber Menschen zeigen.

Wie so oft im Leben, trifft es meist die Falschen! Oder besser gesagt die meist falsch Handelnden.
 

Hier finden Sie hilfreiche Tips

Nur zwei von den acht typischen Wespenarten, die gemeine Wespe und die deutsche Wespe, lösen die sogenannte Wespenplage aus. Und nur gegen sie, falls überhaupt notwendig , sollten sich Bekämpfungsmaßnahmen richten.

Doch weil ihre meist unterirdischen Nester nur schwer zu lokalisieren sind , zersört man häufig die gut sichtbaren Brutstätten der Freinister, und verfehlt somit die wahren Plagegeister.

Die Opfer dieses Irrtums sind einige freinistende Arten die leider schon sehr selten geworden sind. Die Wespen und Hornissen haben als Insektenjäger und Aasfresser eine sehr wichtige Aufgabe im Naturhaushalt, indem sie für ein natürliches Gleichgewicht der Insekten sorgen.

Wie die übrige Wespenarten, benötigen auch Hornissen zur Aufzucht ihrer Brut tierisches Eiweiss, das sie sich durch den Fang großer Mengen von Insekten beschaffen . Zur Beute der Hornissen zählen neben Spinnen, Wespen, Grüne Heupferd, Bienen, Großlibellen, Fliegen, Raupen und viele Forstschädlinge.

Ein starkes Hornissenvolk verfüttert ca. 500 g Insekten pro Tag an ihre Brut. Die Hornissen erfüllen so wichtige Regulationsaufgaben im Artengefüge, ähnlich den Greifvögeln und anderen ökologisch wirksame und anerkannten Tieren. Im Imaginalstadium benötigen Hornissen zum Betrieb ihres Bewegungsapparates fast nur noch Kohlehydrate.

Aufgenommen wird der Saft reifer Früchte (vor allem von Birnen, Pflaumen, Mirabellen und Pfirsichen ), wobei sich die Tiere jedoch meist mit Fallobst oder schon von Vögeln beschädigten Früchten begnügen.

Gnadenlose Vernichtungsaktionen, verbunden mit einer allgemeinen Verschlechterung der Lebensbedingungen infolge Biotopzerstörung und Mangel an Nistplätzen haben der Hornisse in Deutschland schon 1984 als regional gefährdete Art einen Platz auf der Roten Liste eingebracht..

Seit dem 01. Januar 1987 wurde die Hornisse daher als besonders geschützte Tierart in die Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung aufgenommen . Hornissenvölker dürfen demnach weder gestört, belästigt oder beeinträchtigt, noch getötet werden . Wo bei Versagen aller Schutzmöglichkeiten die Vernichtung eines Hornissenvolkes unumgänglich ist, muss in jedem Einzelfall die Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde eingeholt werden. Die so gesetzlich verbriefte Bestandsgarantie sichert diesen Grossfinsekten jedoch noch keineswegs ein überleben, wenn die rechtlichen Bestimmungen nicht praktisch umgesetzt und durch aufklärende öffentlichkeitsarbeit flankiert werden.

Eine unterschiedslose Bekämpfung aller Wespenarten ist ökologisch unsinnig , und stellt zudem einen Verstoss gegen die etwa in Deutschland geltenden Naturschutzbestimmungen da.


 

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